Bei Präzisionsschweißanwendungen, bei denen die Integrität der Verbindung und die strukturelle Tiefe im Vordergrund stehen, plasma-Lichtbogenschweißen zeichnet sich das Plasma-Lichtbogenschweißen als eines der leistungsfähigsten Verfahren heraus, das industriellen Schweißfachbetrieben zur Verfügung steht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtbogenschweißverfahren, die allein auf Oberflächenfusion beruhen, erreicht das Plasma-Lichtbogenschweißen außergewöhnliche Eindringtiefen, indem es thermische Energie in einer hochkonzentrierten, hochgeschwindigen Plasma-Säule fokussiert. Diese einzigartige Eigenschaft macht es zum bevorzugten Verfahren für Luft- und Raumfahrtkomponenten, Druckbehälter, Titanverarbeitung sowie jede Anwendung, bei der eine Durchschweißung dickerer Werkstoffe in einem einzigen Durchgang erforderlich ist.

Zentral für das Plasma-Lichtbogenschweißen mit tiefer Durchdringung ist die Schlüsselloch-Technik – ein Phänomen, bei dem die hohe Energiedichte des Lichtbogens das Grundmaterial buchstäblich durchschmilzt und einen Kanal aus verdampftem Metall bildet, der der Schweißschmelze vorausläuft. Das Verständnis dafür, wie dieser Schlüsselloch-Betrieb funktioniert, unter welchen Bedingungen er auftritt und wie er effektiv gesteuert werden kann, ist essenzielles Wissen für jeden Schweißingenieur oder Fertigungsfachmann, der das volle Potenzial des Plasma-Lichtbogenschweißens in anspruchsvollen Produktionsumgebungen ausschöpfen möchte.
Die Wissenschaft hinter dem Schlüsselloch-Effekt beim Plasma-Lichtbogenschweißen
Wie sich der Schlüsselloch-Betrieb vom Aufschmelzschweißen unterscheidet
Das Plasma-Lichtbogenschweißen arbeitet in zwei unterschiedlichen Modi: im Schmelzmodus und im Schlüsselloch-Modus. Im Schmelzmodus schmilzt der Lichtbogen das Grundmaterial schrittweise entlang der Oberfläche, ähnlich wie beim WIG-Schweißen, jedoch mit einem stärker eingeengten Lichtbogen. Der Schlüsselloch-Modus tritt hingegen auf, wenn die Energiedichte des Plasmas die Schwelle überschreitet, die erforderlich ist, um das Material an der Auftreffstelle zu verdampfen, wodurch ein Durchgangsloch – das sogenannte Schlüsselloch – entsteht, das die gesamte Werkstückdicke durchdringt.
Das Schlüsselloch wird dynamisch während des Voranschreitens der Brennerdüse aufrechterhalten. Die geschmolzene Metallschmelze fließt um das Schlüsselloch herum und erstarrt hinter ihm, wodurch eine Schweißnaht mit vollständiger Wurzeldurchschmelzung entsteht. Dieser Mechanismus unterscheidet sich grundlegend von oberflächenverbindenden Verfahren und erklärt, warum das Plasma-Lichtbogenschweißen Voll-Durchschweißungen an Materialien bis zu einer Dicke von 8–10 mm in einem einzigen Durchgang ohne Rückhaltebleche oder Kantenbearbeitung erreichen kann, die bei anderen Verfahren erforderlich wären.
Die Physik, die die Schlüssellochbildung bestimmt, umfasst ein präzises Gleichgewicht zwischen Lichtbogendruck, Oberflächenspannung des geschmolzenen Metalls und Wärmeeintragsgeschwindigkeit. Bei zu geringer Energie kollabiert das Schlüsselloch in den Schmelzmodus; bei zu viel Energie wird das Schlüsselloch instabil, was zu einer unregelmäßigen Nahtgeometrie oder Porosität führt. Die Beherrschung des Plasmaschweißens beginnt mit dem Verständnis dieses Gleichgewichts.
Die Rolle der Plasmagas-Säule bei der Eindringtiefe
Der Plasma-Lichtbogen entsteht, wenn ein Gas – typischerweise Argon oder eine Mischung aus Argon und Wasserstoff – durch eine konstriktive Düsenöffnung gedrückt und der Lichtbogenentladung ausgesetzt wird. Diese Konstriktion zwingt das ionisierte Gas in eine stark gebündelte, hochtemperaturige und hochgeschwindigkeitsige Säule, die Energie mit einer Leistungsdichte überträgt, die weit über der eines Standard-TIG-Lichtbogens liegt. Gerade diese Konzentration thermischer Energie ermöglicht die tiefe Durchdringung beim Plasmaschweißen.
Die Plasmagas-Durchflussrate beeinflusst direkt die mechanische Kraft, die auf die Schmelzbadfläche wirkt. Höhere Plasmagas-Durchflussraten erhöhen die Bogensteifigkeit und die Eindringkraft und fördern die Schlüssellochbildung. Allerdings kann eine zu hohe Durchflussrate Turbulenzen am Schlüssellocheingang verursachen und dadurch Instabilität hervorrufen. Erfahrene Schweißingenieure justieren die Plasmagas-Durchflussrate im Rahmen der Parameterentwicklung präzise, um für jede Kombination aus Werkstoff und Blechdicke stabile und reproduzierbare Schlüssellochbedingungen zu erreichen.
Das Schutzgas – typischerweise Argon, das über eine äußere ringförmige Düse zugeführt wird – schützt das Schmelzbad und das entstehende Schlüsselloch vor atmosphärischer Kontamination. Die Wechselwirkung zwischen dem Plasmagasdruck und dem Verhalten des Schutzgases an der Schweißnahtoberfläche stellt eine weitere Variable dar, die erfahrene Plasma-Lichtbogenschweißer sorgfältig steuern, um Oxidation zu vermeiden und gleichmäßige Nahtprofile sicherzustellen.
Wesentliche Parameter zur Steuerung der Tiefeneindringung beim Plasma-Lichtbogenschweißen
Schweißstrom und seine direkte Auswirkung auf die Schlüssellochstabilität
Der Schweißstrom ist wohl der einflussreichste Parameter beim Plasma-Lichtbogenschweißen, wenn der Schlüsselloch-Modus angestrebt wird. Mit steigendem Strom erhöht sich die Leistungsdichte des Lichtbogens, wodurch sich Temperatur und mechanische Kraft der Plasma-Säule auf das Grundmaterial vergrößern. Für eine gegebene Materialdicke existiert eine Mindeststromschwelle, unterhalb derer die Schlüssellochbildung nicht aufrechterhalten werden kann, sowie eine Obergrenze, oberhalb derer das Schlüsselloch übermäßig groß und instabil wird.
Pulsstromverfahren werden beim Plasma-Lichtbogenschweißen häufig eingesetzt, um die Stabilität des Schlüssellochs zu verbessern – insbesondere bei Werkstoffen, die zu Verzug oder Wärmeempfindlichkeit neigen, wie z. B. rostfreier Stahl und Titanlegierungen. Beim Pulsen wechselt sich ein Spitzenstrom, der das Schlüsselloch öffnet, mit einem Grundstrom ab, der es der Schmelzzone ermöglicht, teilweise zu erstarrten; dadurch bleibt die Positionskontrolle gewährleistet und das Risiko eines Durchbrennens bei dünneren Querschnitten verringert sich.
Die aktuelle Stromauswahl muss auch die jeweilige Fügekonfiguration berücksichtigen. Stoßverbindungen an ebenen Blechen verhalten sich anders als T-Verbindungen oder umlaufende Rohr-Schweißnähte. In jedem Fall erfordert die Entwicklung der Plasma-Lichtbogenschweißparameter systematische Versuche, um den Strombereich zu ermitteln, der stabile, vollständig durchgeschmolzene Schlüssellochschweißnähte mit akzeptabler Oberflächenform der Naht und guter innerer Güte erzeugt.
Vorschubgeschwindigkeit und Wärmeeintrag-Management
Die Vorschubgeschwindigkeit bestimmt, wie lange ein bestimmter Punkt des Werkstücks der Lichtbogenwärme ausgesetzt ist. Bei Schlüssellochanwendungen der Plasma-Lichtbogenschweißung muss die Vorschubgeschwindigkeit sorgfältig auf den Strom und den Plasmagasstrom abgestimmt werden, um das Schlüsselloch als stabile, sich bewegende Struktur – und nicht als stationäre Kavität, die zu übermäßigem Durchbrennen führen kann – aufrechtzuerhalten. Langsamere Vorschubgeschwindigkeiten ermöglichen eine stärkere Wärmeakkumulation, was bei dickeren Querschnitten vorteilhaft sein kann, jedoch bei wärmeempfindlichen Werkstoffen nachteilig ist.
Die Beziehung zwischen Vorschubgeschwindigkeit und Eindringtiefe beim Plasma-Lichtbogenschweißen ist nicht rein linear. Bei sehr hohen Vorschubgeschwindigkeiten kann sich der Schlüsselloch-Effekt möglicherweise nicht vollständig ausbilden, da der Lichtbogen nicht lange genug verweilt, um das Material über die gesamte Dicke zu verdampfen. Bei optimierten Geschwindigkeiten bewegt sich der Schlüsselloch-Effekt kontrolliert gemeinsam mit der Schweisspistole und erzeugt eine gleichmäßige Eindringtiefe sowie eine konstante Nahtbreite. Das Auffinden dieses optimalen Geschwindigkeitsbereichs ist ein entscheidender Schritt bei jeder Verfahrensfreigabe für das Plasma-Lichtbogenschweißen.
Die Berechnung der Wärmeinput – angegeben in Joule pro Millimeter – wird bei der Entwicklung von Plasma-Lichtbogenschweißverfahren eingesetzt, um die Einhaltung materialbezogener Wärmeinput-Grenzwerte gemäß den jeweils anwendbaren Schweißnormen sicherzustellen. Die Steuerung des Wärmeinputs durch Anpassung der Vorschubgeschwindigkeit ist oft der Änderung des Stroms vorzuziehen, da sie eine feinere Kontrolle des Schlüssellochs ermöglicht, ohne die etablierten Strömungsverhältnisse des Plasmagases zu stören.
Plasma-Düsenöffnungsdurchmesser und Düsen-Geometrie
Die einengende Öffnung in der Plasma-Torchnoze ist ein entscheidendes Konstruktionsmerkmal, das das Plasma-Lichtbogenschweißen von anderen Lichtbogenverfahren unterscheidet. Ein kleinerer Öffnungsdurchmesser erzeugt einen stärker eingeengten Lichtbogen mit höherer Leistungsdichte und größerer Durchdringungsfähigkeit bei vergleichbaren Strömen. Kleinere Öffnungen sind jedoch anfälliger für Doppellichtbogenbedingungen – eine elektrische Entladung zwischen Elektrode und Nozzle statt zwischen Elektrode und Werkstück –, die zu schnellem Nozzlerabrasion und Lichtbogeninstabilität führen können.
Die Geometrie der Nozzle, einschließlich des Konvergenzwinkels und der Austrittsform, beeinflusst, wie sich das Plasmagas nach dem Verlassen der Öffnung ausdehnt. Gut konstruierte Plasma-Lichtbogenschweißtorchen optimieren diese Geometrie, um die Lichtbogenstabilität über den für eine bestimmte Anwendung vorgesehenen Betriebsstrom- und Durchflussbereich hinweg aufrechtzuerhalten. Die Auswahl der richtigen Nozzle für das vorgesehene Material und dessen Dicke ist ebenso wichtig wie die Wahl der korrekten Schweißparameter.
Abstand der Brennerdüse — der Spalt zwischen der Düsenöffnung und dem Werkstück — interagiert ebenfalls mit der Düsengeometrie. Beim Plasmaschweißen ist die Aufrechterhaltung eines konstanten Abstands entscheidend für eine reproduzierbare Schlüssellochbildung. In Produktionsumgebungen werden automatisierte Systeme mit Brennerhöhenregelung bevorzugt, um sicherzustellen, dass Schwankungen des Abstands das empfindliche Energiegleichgewicht, das für einen stabilen Schlüssellochbetrieb erforderlich ist, nicht stören.
Eignung der Werkstoffe und Anwendungen für das Schlüsselloch-Plasmaschweißen
Metalle, die am meisten von der Tiefenschweißung mit Plasma-Lichtbogen profitieren
Edelstahl ist wohl das am häufigsten mittels des Plasma-Lichtbogen-Schweißverfahrens mit Schlüsselloch-Effekt geschweißte Material. Die mäßige Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffs und die gute Fließfähigkeit der Schmelzbades machen ihn besonders gut für den Schlüsselloch-Betrieb geeignet. Einpass-Nahtschweißungen mit vollständiger Durchschweißung an austenitischem Edelstahl mit einer Dicke von bis zu 8 mm werden routinemäßig mittels Plasma-Lichtbogen-Schweißen erreicht, wodurch Mehrpass-Schweißfolgen und das damit verbundene Risiko einer Sensibilisierung in der Wärmeeinflusszone entfallen.
Titan und Titanlegierungen reagieren außerordentlich gut auf das Plasma-Lichtbogen-Schweißen, da die fokussierte Wärmezufuhr des Verfahrens die Breite der Wärmeeinflusszone minimiert und dadurch das Risiko der Bildung einer Alpha-Schicht sowie von Kornwachstum verringert, die die mechanischen Eigenschaften beeinträchtigen. Die saubere, inerte Atmosphäre, die durch das Schutzgas aufrechterhalten wird, verhindert zudem die reaktive Kontamination, der Titan bei erhöhten Temperaturen besonders ausgesetzt ist.
Nickellegierungen, Duplex-Edelstähle und Kohlenstoffstähle im mittleren Dickenbereich profitieren ebenfalls erheblich von der Schlüsselloch-Fähigkeit des Plasma-Lichtbogenschweißens. In jedem Fall verringert die geringere Anzahl an Schweißdurchgängen im Vergleich zum WIG- oder MIG-Schweißen die gesamte Wärmeeinbringung und Verzug, wodurch die Bauteile unmittelbar nach dem Schweißen näher an den endgültigen Maßtoleranzen liegen.
Branchenanwendungen, bei denen die Schlüsselloch-Tiefenerschmelzung einen Wettbewerbsvorteil bietet
Der Luft- und Raumfahrtsektor setzt das Plasma-Lichtbogenschweißen in großem Umfang für strukturelle Komponenten und Triebwerksgehäuse ein, bei denen die Schweißnahtqualität strengen radiografischen und mechanischen Prüfkriterien genügen muss. Die Fähigkeit, Vollschweißnähte mit einer schmalen Schmelzzone und minimalem Verzug herzustellen, verleiht dem Plasma-Lichtbogenschweißen in diesem Umfeld einen klaren Vorteil gegenüber konkurrierenden Verfahren.
In der Öl- und Gasindustrie erfordern Druckbehälter und Rohrleitungskomponenten eine vollständige Durchschweißung der Fügestelle, um den Belastungen durch innere Druckbeanspruchung und Ermüdungszyklen standzuhalten. Das Plasma-Lichtbogenschweißen im Schlüssellochverfahren erfüllt diese Anforderungen zuverlässig und mit hoher Produktivität – insbesondere bei automatisierten oder mechanisierten Anlagen, bei denen die Prozessparameter über lange Schweißlängen hinweg präzise gehalten werden können.
Die Herstellung medizinischer Geräte, die Fertigung von Halbleiteranlagen sowie die Produktion von Anlagen für die Lebensmittelverarbeitung setzen alle das Plasma-Lichtbogenschweißen aufgrund seiner Sauberkeit, Präzision und seiner Fähigkeit ein, hochwertige Verbindungen an dünnen bis mitteldicken Werkstoffen ohne Zusatzwerkstoff herzustellen – was bei kritischen Anwendungen die Kontrolle der Schweißchemie erschweren könnte.
Prozessüberwachung und Qualitätssicherung beim Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen
Überwachung der Schlüssellochstabilität während des Schweißens
Eine der Herausforderungen beim Plasmaschweißen im Schlüsselloch-Modus besteht darin, dass das Schlüsselloch selbst unter normalen Betriebsbedingungen nicht direkt für den Schweißer sichtbar ist. Die Überwachung der Lichtbogenspannung wird üblicherweise als indirekter Indikator für den Zustand des Schlüssellochs eingesetzt – eine stabile Lichtbogenspannung entspricht einem stabilen Schlüsselloch, während Spannungsschwankungen auf einen Kollaps oder eine Instabilität des Schlüssellochs hindeuten. Fortschrittliche Plasmaschweißsysteme integrieren Echtzeit-Rückmeldungen von Spannung und Strom, um Parameterdrift zu erkennen und zu korrigieren, bevor die Schweißqualität beeinträchtigt wird.
Die akustische Emissionsüberwachung hat sich als ergänzende Methode etabliert, bei der die charakteristische Geräuschsignatur eines stabilen bzw. instabilen Schlüsselloch-Plasmaschweißprozesses genutzt wird. In Kombination mit maschinenvisionbasierten Systemen, die die Rückseite der Naht auf Lichtemission aus dem Schlüsselloch beobachten, bieten diese Überwachungsansätze ein multisensorisches Qualitätsicherungs-Framework, das sich besonders gut für automatisierte Produktionsumgebungen eignet.
Die Beobachtung der Schmelzpfanne mittels gefilterter optischer Systeme ermöglicht erfahrenen Bedienern, frühzeitige Anzeichen einer Schlüsselloch-Unstabilität wie Wulstbildung, Einbrand oder unregelmäßige Nahtbreite zu erkennen. Bei manuellen oder halbautomatischen Plasma-Lichtbogenschweißanlagen bleibt die Fähigkeit des Bedieners, diese visuellen Hinweise zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, neben der instrumentengestützten Überwachung ein wichtiges Qualitätskontrollmittel.
Nach dem Schweißen durchgeführte Inspektion und Annahmekriterien
Vollständig durchgeschweißte Verbindungen, die mittels Plasma-Lichtbogenschweißen hergestellt wurden, unterliegen üblicherweise einer Röntgenprüfung, einer Ultraschallprüfung oder beiden Prüfverfahren, je nach geltendem Regelwerk und der kritischen Bedeutung der Verbindung. Das schmale, säulenförmige Schweißprofil, das typisch für das Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen ist, bietet eine günstige Prüfsignatur, da die Aufschmelzzone gut definiert und die Wärmeeinflusszone schmal ist, wodurch Fehler leichter lokalisiert und charakterisiert werden können.
Zu den gängigen Annahmekriterien für Schlüssellochschweißnähte beim Plasma-Lichtbogenschweißen gehören Grenzwerte für Porosität, unvollständige Verschmelzung, Wurzelkonkavität und übermäßiges Durchschmelzen. Die Wurzelkonkavität stellt bei der Schlüssellochschweißung eine besondere Herausforderung dar, da der Mechanismus des Schlüssellochverschlusses bei nicht optimierten Parametern eine leichte Vertiefung auf der Rückseite hinterlassen kann. Ein gezielt reduzierter Plasmagasstrom am Ende der Schweißnaht oder programmierte Stromabsenkungsabläufe werden eingesetzt, um das Schlüsselloch sauber zu schließen und diesen Fehler zu vermeiden.
Die Härteprüfung über den gesamten Schweißquerschnitt liefert zusätzliche Qualitätsdaten, insbesondere bei Werkstoffen, bei denen die Härte der wärmebeeinflussten Zone (WBZ) kritisch ist. Die im Allgemeinen niedrigere Wärmezufuhr beim Plasma-Lichtbogenschweißen im Vergleich zu Mehrpassverfahren führt häufig zu niedrigeren Härtespitzen in der wärmebeeinflussten Zone – ein Vorteil, der die Einhaltung der zulässigen Härtegrenzwerte gemäß Konstruktions- und Druckgeräte-Normen erleichtert.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Dickenbereich eignet sich für das Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen?
Das Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen wird am effektivsten bei Werkstoffen mit einer Dicke von 2 mm bis 10 mm für Edelstahl angewendet; Titan- und Nickellegierungen werden häufig in ähnlichen Dickenbereichen geschweißt. Unterhalb von 2 mm wird im Allgemeinen das Einschmelzverfahren bevorzugt, da die zur Aufrechterhaltung eines Schlüssellochs erforderliche Energie zu einem übermäßigen Durchbrennen führen kann. Oberhalb von 10 mm kommen üblicherweise Mehrpass-Plasma-Lichtbogenschweißverfahren oder Hybridprozesse zum Einsatz, obwohl spezielle Hochstromsysteme unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen eine Schlüssellochtiefe auch bei dickeren Abschnitten erreichen können.
Wie vergleicht sich das Plasma-Lichtbogenschweißen mit dem Laserschweißen bei Tiefenschweißanwendungen?
Sowohl das Plasma-Lichtbogenschweißen als auch das Laserschweißen können eine tiefe Durchdringung durch Schlüsselloch-Mechanismen erreichen, unterscheiden sich jedoch erheblich hinsichtlich der Gerätekosten, der betrieblichen Flexibilität und der Toleranz gegenüber Variationen bei der Fügepassung. Das Plasma-Lichtbogenschweißen ist deutlich kostengünstiger in der Implementierung und Wartung, toleriert breitere Fugen und ist besser an Feld- und Werkstattumgebungen anpassbar. Das Laserschweißen bietet höhere Vorschubgeschwindigkeiten und noch schmalere Wärmeeinflusszonen bei dünneren Materialien, erfordert jedoch eine präzise Spanntechnik und saubere Fügeflächen. Für viele industrielle Anwendungen bietet das Plasma-Lichtbogenschweißen eine äußerst wettbewerbsfähige Kombination aus Durchdringungsvermögen und Prozessflexibilität bei deutlich geringeren Investitionskosten.
Welche Gase werden beim Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen verwendet und warum?
Argon ist das am häufigsten verwendete Plasmagas beim Plasma-Lichtbogenschweißen, da es zuverlässige Zündeigenschaften des Lichtbogens, ein stabiles Lichtbogenverhalten und inerte Schutzeigenschaften bietet. Für Anwendungen, bei denen eine größere Eindringtiefe bei austenitischem Edelstahl oder Nickellegierungen erforderlich ist, werden dem Plasmagas kleine Mengen Wasserstoff – typischerweise 5 bis 15 Prozent – zugegeben, wodurch die Enthalpie des Lichtbogens erhöht und die Schmelztiefe verbessert wird. Heliumzusätze werden bei einigen Plasma-Lichtbogenschweißanwendungen eingesetzt, um die Wärmeübertragungseffizienz zu steigern. Das Schutzgas besteht nahezu immer aus reinem Argon oder Argon-Helium-Gemischen, die so gewählt werden, dass sie die Schweißschmelze vor atmosphärischer Kontamination schützen, ohne die Stabilität des Schlüssellochs zu beeinträchtigen.
Kann das Plasma-Lichtbogenschweißen für die automatisierte Fertigungsschweißung im Schlüssellochverfahren eingesetzt werden?
Ja, das Plasma-Lichtbogenschweißen ist sehr gut für die Automatisierung geeignet und wird routinemäßig in mechanisierten und vollautomatisierten Anlagen für die Schlüssellochschweißung in der Serienfertigung eingesetzt. Automatisierte Plasma-Lichtbogenschweißsysteme können die Lichtbogenlänge, die Vorschubgeschwindigkeit und den Gasstrom mit einer Präzision regeln, die manuell nur schwer zu erreichen ist; dies führt zu einer äußerst konsistenten Schweißnahtqualität über lange Fertigungszyklen hinweg. Roboterzellen für das Plasma-Lichtbogenschweißen werden in der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Automobilindustrie sowie bei der Herstellung von Druckbehältern eingesetzt und sind häufig mit Echtzeit-Überwachungssystemen integriert, die Abweichungen von vorgegebenen Parametern erkennen und entweder korrigierende Maßnahmen einleiten oder den Ausschluss der betreffenden Schweißnaht veranlassen – so wird sichergestellt, dass jede Schweißnaht den festgelegten Qualitätsstandards entspricht.
Inhaltsverzeichnis
- Die Wissenschaft hinter dem Schlüsselloch-Effekt beim Plasma-Lichtbogenschweißen
- Wesentliche Parameter zur Steuerung der Tiefeneindringung beim Plasma-Lichtbogenschweißen
- Eignung der Werkstoffe und Anwendungen für das Schlüsselloch-Plasmaschweißen
- Prozessüberwachung und Qualitätssicherung beim Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen
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Häufig gestellte Fragen
- Welcher Dickenbereich eignet sich für das Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen?
- Wie vergleicht sich das Plasma-Lichtbogenschweißen mit dem Laserschweißen bei Tiefenschweißanwendungen?
- Welche Gase werden beim Schlüsselloch-Plasma-Lichtbogenschweißen verwendet und warum?
- Kann das Plasma-Lichtbogenschweißen für die automatisierte Fertigungsschweißung im Schlüssellochverfahren eingesetzt werden?
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